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FIA-GT Adria Circuit
9.Runde 15.10.2006

von Harald Gallinnis
Fotos: FIA-GT/DPPI

  

Mit einem Doppelsieg durch Jamie Davies und Thomas Biagi vor den Teamkollegen Michael Bartels und Andrea bertolini hat das deutsche Team vitaphone Maserati die europäische Saison 2006 standesgemäß abgerundet. Nach dem vorzeitigen Gewinn des Teamtitels 2006 bei der letzten Runde am Hungaroring haben sich Bartels & Bertolini nun auch den Fahrertitel 2006 eine Runde vor Ende der Meisterschaft gesichert. Der Titel für Bartels ist der vierte FIA- Meisterschaftstitel für einen deutschsprachigen Piloten nach 1997 (Bernd Schneider) 1998 (Klaus Ludwig) und 1999 (Karl Wendlinger).

Den letzten podiumsplatz im Rennen belegte das Carsport-Team mit seiner Corvette C6R und 41s Abstand auf die Führenden. In der GT2-Klasse triumphierte das Scuderia Ecosse Team mit dem Ferrari#63 und dem Duo Timm Mullen und dario Franchitti, der bei dieser runde den verhinderten Stammfahrer Chris Niarchos ersetzte. Die G2-Klasse gewann als einizer Starter der Belgium Racing Vertigo.

Start Adria

Phoenix

Nachdem Christophe Bouchut den 5. plazierten Lamborghini zur 45. Runde an Peter Kox übergeben hatte musste dieser den Ausfall vermelden. Ein Antriebswellenschaden ließ den Murcielageo vortriebslos auf der Strecke zurück. Die gleichzeitig stoppenden Maseratis waren die Gewinner dieser Rennphase.
 
Wenig später musste auch die österreichische Truppe von Race Alliance einpacken. „Ich hatte von einer auf die andere Sekunde keinen Antrieb mehr“, so Peter, „die Gänge ließen sich zwar schalten, aber es war so, als wäre ich konstant im Leerlauf. Da ging dann gar nichts mehr“, erklärte der Wiener, der fest davon überzeugt war, „dass wir dieses Rennen gewonnen hätten.“

Die Carsport-Truppe vergab den Vorteil des frühen Stopps durch einen schleichenden Plattfuss, der einen zusätzlichen Stopp nötig machte. Das BMS-team vergab die Chance auf den Sieg durch 2 zusätzliche boxenstopps, einen wegen Missachtung einer gelben Flagge mit anschließendem Strafstopp und einen wegen eines zusätzlich nötigen Hinterreifenwechsels. Unter Berüchsichtigung der Tatsache daß man am Ende noch in der Führungsrunde das Rennen beendete  hätte leicht der Rennsieg resultieren können.

Am Start des Rennens verzögerte Polesetter Jarek Janis das Tempo so sehr daß sich die Wagen zu Viert nebeneinander über die Startlinie aufmachten. Dennoch kam es in der ersten kurve des engen Autodroms nicht zu der von allen befürchteten Kollision. Der vom Zusatzgewicht aus der letzten erfolgreichen Runde in Ungarn eingebremste Janis behielt zunächst die Führung, während sich dahinter ein D-Zug von 4 weiteren GT1 bildete. In Runde 4 fand Andrea Picchini schliesslich einen Weg vorbei am Saleen und übernahm im Phoenix Aston die Führung. Auch der BMS-Aston von Fabio Babini passierte den Saleen und beim Kampf um die Führung kollidierten beide Prodrive-fabrikate schliesslich, was einen aufgebrachten Picchini trotz eines erfolgten Reperaturstopps der zunächst erfolgrich schien, schließlich zur Aufgabe zwang. Damit war die letzte Meisterschaftschance für die 2.-plazierten in der Wertung dahin.

Nun führte zunächst Babini vor dem Saleen und dem Lamborghini Murcielago von Christophe Bouchut, der an diesem Wochenende die stärkste Vorstellung der bisherigen Saison ablieferte. Allerdings fiel Bouchut dann hinter die beiden nachdrängenden Maseratis zurück während Janis sich am BMS Aston vorbeiquetschen konnte als Picchini sich noch kurz vor seinem Ausfall wieder am Führenden zurückrundete.

Die ersten Pitstopps zur ersten Safety-Car Phase, nötig geworden durch den Unfall des GT2-Polesetters, wurden von den Teams von Carsport, BMS und Race Alliance durchgeführt. Das brachte die Maseratis weiter in Front.. Beide MC12 hatten sich in der Startphase zurückgehalten um durch lange Stints während des Rennens wieder nach vorne zu kommen. Diese Taktik ging am Ende auf.

  Lambo


Zakspeed
Michael Bartels war am Ende  überglücklich. Zusammen mit Timo Scheider hatte er im vergangenen Jahr den Fahrertitel um lediglich einen Punkt verpasst. Nun ist dieser ein Rennen vor Ende der Meisterschaft unter Dach und Fach und das Team kann einen entspannten Trip nach Dubai zur letzten Runde ins Auge fassen.

Am Ende lief es auf das Duell Zakspeed gegen Vitaphone hinaus. Den Ausschlag gaben am Ende die Bremsen des Saleens. Andrea Montermini hatte in seinem Stint mit zunehmend starkem Überhitzen der vorderen Bremsscheiben zu kämpfen (Foto). Als das Problem sich auf die Fahrleistung des Saleens auszuwirken drohte entschloss sich die Zakspeed-Crew zum Sicherheitshalt, der den Wagen 16 Runden hinter die Führenden zurückwarf. Somit war der Sieg frei für die Führenden Davies/ Biagi, die im Maserati#2 mit den Teamkollegen im Schlepp die Ziellinie kreuzten. 


Vitaphone

Champions

Zu den Ausfällen in der GT2-Klasse gesellten sich dann auch die beiden Felbermayr-Proton Porsche. Das Meisterschaftsführende Team von Bobbi/Melo musste schon früh wegen technischer Probleme die Box aufsuchen und hechtete dem Feld schließlich mit fast 30 Runden Rückstand scheinbar aussichtslos hinterher. Doch sollte es noch am Ende ganz anders kommen.

Vertigo 

In der GT2-Klasse begann Serienpolesetter Andrew Kirkaldy das Rennen von der gewohnten Position aus . Allerdings dauerte die  Vorstellung des schnellen ferraris an der Spitze nur  30 Runden. Dann touchierte Kirkaldy einen Reifenstapel in der engen Schikane und beschädigte sich dabei den Kühler nachhaltig. Für den Polesetter war das Rennen auf der Stelle beendet. Vorher hatte schon Luca Riccitelli den Ebimotors-Porsche mit einem kapitalen Motorschaden auf der Strecke abstellen müssen. Da Kirkaldy den Reifenstapel dabei auf die Strecke bugsiert hatte musste das SC auf den Plan treten.

 Scuderia Ecosse
Als die Zielflagge fiel wurden schließlich die Teamkollegen des Polesetters als Erste abgewunken. Marino Franchitti, der Chris Niarchos bei dieser Runde wieder vertrat, und Tim Mullen kreuzten im 2. Scuderia Ecosse Ferrari die Ziellinie als erster GT2. Als 2. wurden zunächste Rui Aguas und Mika Salo im AF Corse Ferrari gewertet, doch ihre Hoffnungen auf die Wahrung der Meisterschaftschance erfüllte sich nicht. Kurz nach dem Rennen wurde der F430 wegen Unterschreitung der Bodenfreiheit aus der Wertung genommen. So gelang auf dem Adria Circuit auch den Teamkollegen Matteo Bobbi und Jamie Melo der vorzeitige Sieg in der Fahrerwertung 2006 der GT2-Klasse. Den 2. Rang erbte somit das neu angetretene Edil Chris Racing Team vor dem JMB-Gruppe M-Ferrari von Tim Sudgen und Iradi Alexander. Einzigster Porsche im Ziel war am Ende der 2. Ebimotors-996´er. Ebenfalls im Ziel wurde der Vertigo von Leinders/Kuppens gewertet.

Rennergebnis

Platz Nr Klasse Fahrer Team Wagen Zeit Rnd. Abstand
1 2 GT1 Biagi/Davies Vitaphone Maserati MC12 GT1 3:00:59.760 144
2 1 GT1 Bertolini/Bartels Vitaphone Maserati MC12 GT1 3:01:08.852 144 9.092
3 4 GT1 Longin/Kumpen/Hezemans GLPK Carsport Corvette C6R 3:01:40.941 144 41.181
4 23 GT1 Babini/Pescatori BMS Aston Martin DBR9 3:02:00.150 144 1:00.390
5 24 GT1 Gollin/Ramos BMS Aston Martin DBR9 3:01:24.193 143 1 LAP
6 63 GT2 Mullen/Franchitti Scuderia Ecosse Ferrari 430 GT2 3:01:23.532 139 5 LAPS
7 59 GT2 Aguas/Salo AF Corse Ferrari 430 GT2 3:01:40.276 139 5 LAPS
8 82 GT2 Ruberti/Giammaria Edil Chris Racing Ferrari 430 GT2 3:02:07.974 139 5 LAPS
9 55 GT2 Sugden/Alexander JMB Ferrari 430 GT2 3:02:16.548 139 5 LAPS
10 74 GT2 Moccia/Busnelli Ebimotors Porsche 996 GT3 RSR 3:01:30.403 136 8 LAPS
11 101 G2 Leinders/Kuppens Belgium Racing Gillet Vertigo 3:01:00.011 128 16 LAPS
12 9 GT1 Janis/Bert/Montermini Zakspeed Saleen S7R 3:01:02.192 128 16 LAPS
13 58 GT2 Melo/Bobbi AF Corse Ferrari 430 GT2 3:01:00.872 118 26 LAPS
-- 69 GT2 Ried/Felbermayr Team Felbermayr-Protonoton Porsche 996 GT3 RS 1:28:04.112 65 D.N.F.
-- 33 GT1 Wendlinger/Peter Race Alliance Aston Martin DBR9 1:16:55.539 61 D.N.F.
-- 38 GT1 Bouchut/Kox Wablinger Motorsport Lamborghini Murcielago 1:16:57.952 46 D.N.F.
-- 5 GT1 Piccini/Deletraz Phoenix Aston Martin DBR9 50:01.385 35 D.N.F.
-- 66 GT2 Ried/Felbermayr Jr Team Felbermayr-Protonoton Porsche 996 GT3 RSR 42:18.738 31 D.N.F.
-- 62 GT2 Kirkaldy/Kinch Scuderia Ecosse Ferrari 430 GT2 38:35.788 30 D.N.F.
-- 75 GT2 Riccitelli/Collard Ebimotors Porsche 996 GT3 RSR 31:21.571 24 D.N.F.

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