Text & Fotos von Patrick Holzer (www.auto-rennsport-page.de) |
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Mit einem hochkarätigen Starterfeld wartete der Divinol-Cup in Hockenheim auf. Vor allem die angekündigten V8 Star sorgten schon im Vorfeld für reges Interesse an dem fünften Saisonlauf. Pierre von Mentlen hatte zum "V8 Star Revival" gerufen, Thomas Mutsch, Siegfried Ryll, KB Racing und Manfred Forster waren dem Ruf des Schweizers gefolgt. Für Manfred Forster war das Wochenende aber bereits beendet, bevor es überhaupt richtig begonnen hatte. Mit Problemen an den Ventilen musste der Schweizer schon vor den Trainingsläufen aufladen und die Heimfahrt antreten. Mit zwölf Fahrzeugen war die Klasse 9 wieder einmal bestens besetzt. Neben den bekannten GT2 Porsche von Probst, Horn und Chikhani standen unter anderem Robert Wallenborn, Dr. Darius Ahrabian und Willi Herold am Start. In der selben Klasse kam es auch zum Aufeinandertreffen der ehemaligen DTM Fahrzeuge, Kilb/Kilb im Mercedes 190E Evo II und die zwei Schweizer Vincenzo Cencini und Andreas Beltrami weckten Erinnerungen an alte DTM Zeiten.
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Jürgen Bender platzierte sich
als erster der Klasse 8 auf Position
neun, während Johannes Kreuer in der Klasse 7 die beste Zeit
erzielen
konnte. Im Duell der ex-DTM Fahrzeuge behielt Jochen Kilb im Mercedes 190E Evo II die Oberhand gegenüber den beiden BMW M3 der Schweizer. Die weiteren Klassenbestzeiten gingen an Bernd Kleeschulte (Klasse 6), Manfred Oesting (Klasse 5), Miroslav Formann (Klasse 4) und Wolfgang Wintergerst (Klasse 1). Im zweiten Zeittraining drehte Thomas Probst den Spieß um und holte sich mit einer Zeit 1.44,517 die Pole vor Pierre von Mentlen und Klaus Horn. Pierre von Mentlen konnte im ersten Zeittraining wegen eines Brandes nur eine gezeitete Runde drehen, platzierte sich aber immerhin noch auf dem 22. Gesamtrang. Eine starke Leistung bot auch Robert Wallenborn, der mit dem schwarzen, von Manthey Racing aufgebauten Porsche immer besser zurecht kommt und sich den vierten Startplatz sichern konnte. Die Reihe dahinter teilten sich Chaouki Chikhani und Ferrari Pilot Dr. Darius Ahrabian. Wie schon im ersten Trainingslauf waren Jürgen Bender, Johannes Kreuer, Manfred Oesting, Formann's Teamkollege Michal Matesovsky und Wolfgang Wintergerst in ihren Klassen am schnellsten unterwegs. |
Klaus Horn setzte gleich in der ersten Runde ein Ausrufezeichen und kehrte mit 0,7 Sekunden Vorsprung auf Thomas Probst ins Motodrom zurück. Auf der dritten Gesamtposition lag Chaouki Chikhani, der Michael Düchting, Robert Wallenborn und Thomas Mutsch hinter sich lassen konnte. Mutsch konnte mit dem hohen Anfangstempo der drei Turbo Porsche nicht mithalten und so klaffte bereits ein Lücke von ca. 1,5 Sekunden zwischen dem V8 Star und dem Porsche von Chaouki Chikhani. Hinter Mutsch kamen dann Robert Wallenborn, Michael Düchting, Willi Herold und Doc Henry Nielebock aus der Startrunde zurück. Jürgen Bender führte als Gesamtneunter die Klasse 8 vor Martin Dechent, der auf 12 lag, an.
Die drei Turbo Porsche enteilten dem restlichen Feld, wobei
Klaus Horn seinen Vorsprung gegenüber Probst und Chikhani halten
konnte. Pierre von Mentlen, von der 22. Startposition aus gestartet,
machte weiter Boden gut und verbesserte sich an Jürgen Bender
vorbei auf Position sieben. Eine Runde später musste auch Doc
Henry Nielebock dran glauben, der dem vehementen Vorwärtsdrang des
Schweizer nichts entgegenzusetzen hatte. Jürgen Bender verlor noch
eine weitere Position, dieses Mal an Dr. Darius Ahrabian im Ferrari und
fand sich nun auf dem elften Platz wieder. Der Vorsprung auf
Klassenkonkurrent und Teamkollege Dechent war auf 1,1 Sekunden
geschrumpft. In der vierten Runde war Chikhani ganz dicht an Thomas
Probst dran und setzte Anfangs der Sachskurve bereits zum Angriff an.
Mit gerade einmal 0,2 Sekunden Abstand schossen die beiden Porsche GT2
um den Hockenheimer GP Kurs. Thomas Mutsch musste in der selben Runde
den von MIS eingesetzten V8Star mit Antriebswellenschaden abstellen.
Somit erbte Robert Wallenborn im Porsche 996 GT2 die vierte
Gesamtposition. Doch Michael Düchting saß dem schwarzen
Porsche dicht im Nacken und auch Pierre von Mentlen lauerte dahinter
auf seine Chance. Johannes Kreuer führte als dreizehnter in der
Klasse 7 vor Ioannis Deligiannis und Markenkollege Günter Haija.
Zuvor hatte Kreuer jedoch den dritten V8Star, im Rennen von Ralf Goral
gefahren, vorbeilassen müssen. Deligannis konnte sich auch um eine
Position verbessern und den Cup Porsche von Frank Schreiner
überholen. Die Klasse 4 führte Miroslav Formann im Alfa Romeo
156 mit 5 Sekunden auf Jaromir Jirik an. Vorjahresmeister Mirko Lubner
lag im neuen Astra OPC als 21. im Gesamtklassement an dritter
Stelle in seiner Klasse. Vor ihm lag jedoch noch der Porsche 993 RS von
Divinol-Cup Neuling Peter Schepperheyen, der den schnellen Opel Fahrer
im Kampf um Klassenpunkte jedoch aufhielt. In der fünften Runde
war Chikhani an Probst vorbeigegangen und lag damit nur noch 0,1
Sekunden hinter dem Führenden Klaus Horn.
Der Sieg ging nach zwölf Runden an Thomas Probst, der sich die Renngeschehnisse zuerst aus der zweiten Reihen angeschaut hatte. Acht Sekunden dahinter sah Klaus Horn die schwarz-weiß karierte Flagge. Pierre von Mentlen überquerte als dritter die Ziellinie und gewann damit die V8 Star Klasse vor Ralf Goral und Thomas Mutsch. Der Abstand im Ziel zu Robert Wallenborn betrug jedoch gerade einmal 0,4 Sekunden. Mit Dr. Darius Ahrabian und Doc Henry Nielebock folgten weitere Klasse 9 Starter auf den folgenden Plätzen. Jürgen Bender entschied die Klasse 8 mit 0,3 Sekunden Vorsprung auf Martin Dechent für sich. Johannes Kreuer, Bernd Kleeschulte, Manfred Oesting, Miroslav Formann und Wolfgang Wintergerst (unter Vorbehalt) konnten sich jeweils über einen Klassensieg freuen. |
Als Klaus Horn wegen Bremsproblemen Gas rausnehmen musste,
nutzte
Chikhani seine Chance und ging in Führung. Thomas Probst konnte
Klaus
Horn ebenfalls passieren. "Auf den Geraden war es schwer mit Chikhani
mitzuhalten, da er erheblich mehr Leistung hat", so die einhellige
Meinung von Probst und Horn nach dem Rennen. Für den bis dato Viertplatzierten Michael Düchting
endete das Rennen in
der sechsten Runde im Reifenstapel der Sachskurve. Ohne Bremse konnte
der Nordschleifen- Rundenrekordhalter nichts mehr machen und schlug
heftig in die Reifenstapel ein. Durch den Unfall von Düchting lag
Robert Wallenborn wieder auf Position vier, die er kurz zuvor an
Düchting verloren hatte. Von hinten aber ertönte bereits der
bullige V8
Sound von Pierre von Mentlen's Passat Silhoutte, der sich auf den
fünften Platz nach vorne gekämpft hatte. Eine Runde
später musste
Wallenborn den Schweizer ziehen lassen. In der zehnten Runde fehlte
Chikhani plötzlich, der nach einem Dreher im Motordrom schon Zeit
verloren hatte und schließlich mit kaputter Achswelle
ausgeschieden
war. Willi Herold rutschte an der selben Stelle wie zuvor schon
Düchting in den Reifenstapel und musste mit havarierter Front
aufgeben.
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Das zweite Rennen des Tages begann für Thomas Probst
genau so wie das erste geendet hatte. Die Startrunde absolvierte der
Porsche Pilot in einer Zeit von 1.48,656, was sich in einem Vorsprung
von über drei Sekunden auf Pierre von Mentlen niederschlug.
Dritter war Klaus Horn vor Robert Wallenborn, der durch die
Ausfälle von Düchting und Chikhani im ersten Rennen, den
fünften Platz inne hatte. Probst's Vorsprung war in der zweiten
Runde auf knapp unter fünf Sekunden angewachsen, wobei jetzt Klaus
Horn an zweiter Position vor von Mentlen fuhr. Verbessern konnte sich
auch Thomas Mutsch, nachdem er den Porsche von Wallenborn kassiert
hatte.
In der vierten Runde verlor von Mentlen zwei Plätze an Mutsch und Wallenborn. Ralf Goral konnte weitere Position gut machen und machte sich nun an die Verfolgung von Deligiannis im BMW M3. An der Spitze kontrollierte Thomas Probst das Rennen souverän, so dass er sogar Gas rausnehmen konnte. Wallenborn lieferte sich von nun an einen sehenswerten Zweikampf mit Thomas Mutsch, der sich nach einem Überholmanöver von Wallenborn auf dem vierten Platz wiederfand. |
Spannung war in der Klasse 8
angesagt. Bender klebte Dechent zwar am
Heckflügel, doch hatte Dechent weiter die Nase vorne. Die ersten
beiden
Positionen waren zwar klar verteilt, doch Robert Wallenborn, Thomas
Mutsch und Pierre von Mentlen waren sich noch immer uneins wer am Ende
das Podest als Dritter erklimmen sollte. Von Mentlen überholte in
der
siebten Runde zwar V8 Star Kollege Mutsch, fiel dann aber mit
technischen Problemen eine Runde später aus.
Als nach zwölf Runden die
schwarz-weiß karierte Flagge
geschwenkt wurde, betrug Probt's Vorsprung auf Klaus Horn fast 12
Sekunden, vier weitere dahinter kam Thomas Mutsch als Dritter ins Ziel.
Pech hatte Doc Henry Nielebock, der bis eine Runde vor Schluss auf
Gesamtposition vier lag, aber am Ende nur als achter gewertet wurde. So
wurde Martin Dechent vor seinem Klassenkonkurrenten vierter. Robert Wallenborn, Ralf Goral, Johannes Kreuer (Sieger Klasse 7) und Ioannis Deligiannis komplettierten die Top 10. Sieger der Klasse 6 wurde Bernd Kleeschulte vor Gaststarter Michael Neuhäusel. |
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Matesovsky tat es seinem Teamkollegen gleich und gewann die Klasse 4 vor Jirik und Nickel. Nach der Durchfahrtsstrafe für Manfred Oesting holte sich Jens Smollich den Klassensieg und auch wichtige Punkte für die Meisterschaft. Hier führt weiterhin Thomas Probst vor Jürgen Bender und Jens Smollich.
Viele weitere Fotos und Infos zum Rennen
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